Eine Idee wird geboren. „Ich rief die Mutter meiner Freundin an, um zu hören, wie es ihr im Seniorenheim in der schwierigen Corona-Zeit erging. Sie freute sich sehr über meinen interessierten Anruf. Bei dieser berührenden Begegnung war mir klar, dass auch andere Bewohner des Hauses sich über Gespräche am Telefon freuen würden“, so die Landesbeauftragte Annette Bogler.
Der erste Kontakt wurde von der Leiterin des Sozialdienstes vermittelt, die mit einem mobilen Telefon mit Bildschirm den Bewohnern*innen den Besuchsdienst per Telefon anbot. Somit hatten die Damen und Herren zu der Stimme am Telefon auch das passende Gesicht dazu.
Die Freude über ein derartiges Austauschen war riesengroß, nicht zuletzt weil die angesprochenen Senior*innen häufig weder familiären Kontakt noch anderweitige Gesprächspartner mehr haben. Vertrauensvoll erhielt Annette Bogler die Telefonnummern der Interessierten. Die telefonischen Verabredungen werden individuell vereinbart und richten sich auch nach den zeitlichen Möglichkeiten der Initiatorin.
Mittlerweile haben sich echte Telefon-Freundschaften zwischen ihr und den „älteren Herrschaften“ entwickelt. Sie freuen sich schon immer auf den Telefonanruf und sind bereits ein fester Bestandteil ihres Alltags geworden. Am Gesprächsstoff habe es bisher noch nie gemangelt und die Geschichten aus alten Zeiten sind erhellend und aufschlussreich. Jedes Telefonat ist ein Gewinn für beide Seiten, so die Westfälin. Sie kann andere GDuH nur ermutigen, diesen Weg für den Besuchsdienst zu gehen.
Annette Bogler freut sich schon, wenn sie in absehbarer Zeit diese liebenswerten Menschen in ihrem Zuhause im Seniorenheim „Am Ostring“ besuchen kann: „Natürlich erhalten meine mir bereits ans Herz gewachsenen Seniorinnen und Senioren eine Urlaubskarte, wenn ich ein paar Tage an der Nordsee verbringe!“
Herzensnähe per Telefon? Ja das ist möglich, bestätigt Annette Bogler und schmunzelt.