Warum setzen wir uns ein?

... in Krankenhäusern

Krankheit, verbunden mit einem Aufenthalt im Krankenhaus, ist für viele Menschen ein bedeutsamer Einschnitt in ihrem Leben. Die veränderte Umgebung und Lebensweise, die Distanz zur Familie und die fehlenden Kontakte in Beruf und Alltag kommen zur Krankheit hinzu und müssen bewältigt werden.
Kranksein bedeutet, nicht mehr leistungsfähig zu sein, nicht mehr der Norm der Leistungsgesellschaft zu entsprechen. Die Frage nach dem Sinn der Krankheit stellt sich. Der Gedanke an den Tod kann nicht verdrängt werden, wenn es sich um eine schwere Erkrankung handelt. Auch die alltäglichen Sorgen, Fragen und Probleme bedrängen die Patienten.
Zum Gesundwerden ist es wichtig, dass die Behandlung nicht nur medizinisch-pflegerisch ausgerichtet ist, sondern dass sie auch die persönliche, familiäre und soziale Situation mit einbezieht. Diese Überzeugung teilen alle im Krankenhaus tätigen Fachkräfte. Kliniken sind für neu ankommende Patienten unübersichtlich und verwirrend. Deren Organisation bedingt ferner, dass der einzelne Mensch von vielen sich abwechselnden Fachkräften betreut wird. Das kann Unsicherheiten und Ängste auslösen, weil für die Kranken die unterschiedlichen Zuständigkeiten schwer durchschaubar sind.
Gesetzgebung und finanzielle Auflagen der Kostenträger zwingen das Krankenhaus zur Rationalisierung, so dass es dem Personal zunehmend erschwert wird, sich neben der notwendigen medizinischen und pflegerischen Behandlung auch um die persönlichen Bedürfnisse der Patienten zu kümmern.
Aus all diesen Gründen werden an vielen Stellen in den Krankenhäusern Menschen gebraucht, die Zeit haben, die zuhören können, die offen sind für die Nöte der Patienten.

... in Altenpflegeeinrichtungen

Wer heute seinen Lebensabend in einem Seniorenstift, einem Altenwohnheim oder in einem Pflegeheim verbringt, tut es häufig nicht freiwillig. Meist haben Angehörige oder auch die Sozialen Dienste den Platz gesucht, nachdem die zur Verfügung stehenden ambulanten Möglichkeiten ausgeschöpft waren.
Hohes Alter, eine Vielzahl von Erkrankungen, Verwirrtheitszustände, körperliche Gebrechlichkeit und oft eine große Traurigkeit kennzeichnen viele Bewohner von Pflegeeinrichtungen. Sie empfinden ihr Leben als sinnlos (Ich kann nichts mehr tun), als abhängig (Ich muss um jeden Handgriff bitten), als fremdbestimmt (Ich muss warten, bis mich jemand aus dem Bett holt) und als perspektivlos (Hier ist für mich Endstation). Hier sind ehrenamtlich Mitarbeitende sehr willkommen, weil sie Zeit haben, sich in besonderem Maße auf die Bewohnerinnen und Bewohner einzustellen. Oft sind sie es, die eine Verbindung schaffen zwischen dem Alltagsbereich außerhalb und innerhalb der Einrichtung. Der Besuchsdienst umfasst vielfältige Tätigkeiten, wobei selbstverständlich die Wünsche der Bewohnerinnen und Bewohner berücksichtigt werden.
Darüber hinaus halten sie Kontakt zu den Angehörigen, besonders zu denen, die aus unterschiedlichen Gründen nicht so häufig Besuche machen können. Daneben sind sie für die Angehörigen genauso wie für die Bewohnerinnen und Bewohner da, die sich in der ungewohnten Umgebung einer Altenpflegeeinrichtung orientieren müssen, um ihnen diese besondere Lebenssituation zu erleichtern. Selbstverständlich begleiten die Grünen Damen und Herren nach Möglichkeit auch den sterbenden Menschen bis zu seinem Ende und versuchen, beim Tod des Bewohners den Angehörigen zur Seite zu stehen. Gleichzeitig sind sie Gesprächspartner für die Pflegenden, um an dem Anteil zu nehmen, was der Dienst der Pflegenden unter Umständen an Belastungen mit sich bringt.

FÖRDERMÖGLICHKEITEN