Organisation von A bis Z

Information für neue Gruppen, Leitungsteams und neue Mitarbeitende

Aufbau einer Gruppe

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, eine Gruppe aufzubauen. Die Initiative kann ausgehen von engagierten Einzelpersonen oder von hauptamtlich Tätigen in den Kliniken und Altenheimen. In Vorbereitung der praktischen Arbeit werden erste Gespräche mit den Verantwortlichen der Häuser geführt. Dabei ist zu überlegen, welche Dienste auf welchen Stationen zu welchen Tageszeiten und an welchen Wochentagen besonders wichtig und wünschenswert sind.
Nach Gewinnung ehrenamtlicher Helfer und Helferinnen werden diese in die Aufbauphase eng mit eingebunden, so dass möglichst frühzeitig aus diesem Kreis eine Gruppenleitung gewählt werden kann. Damit die Belastung für einen Einzelnen nicht zu groß wird, ist ein Leitungsteam zu empfehlen. Alle Mitarbeitenden im Leitungsteam sind Ansprechpartner für die Belange der Gruppe. Einer/eine muss jedoch die Gruppe nach außen hin verantwortlich vertreten. Er/sie sollte dann auch den Kontakt zur eKH-Geschäftsstelle in Berlin und zur zuständigen Landesbeauftragten halten.
 

Brigitte Schröder-Stiftung

Die Gründerin der eKH, Brigitte Schröder, verstarb am 27. Oktober 2000 nach einem erfüllten Leben. Teile ihres Nachlasses gingen als Stiftungskapital in die Brigitte Schröder-Stiftung. 2004 wurde sie errichtet und als rechtsfähig anerkannt. Im Mittelpunkt der Stiftungstätigkeiten steht die Beschaffung finanzieller Mittel für humanitäre Hilfeleistungen jeglicher Art, die der ehrenamtlichen Arbeit in der Krankenhaus- und Altenheim-Hilfe zu Gute kommen. Die Stiftung ist auf Zustiftungen, Vermächtnisse und Spenden angewiesen.
 

Bundestagung

Einmal im Jahr findet im Zusammenhang mit der Mitgliederversammlung die eKH-Bundestagung statt, zu der jede Gruppe Vertreterinnen/Vertreter entsendet. Dieses Treffen ist als Fortbildungsveranstaltung konzipiert. Die Bundestagung dient aber auch dem gegenseitigen Kennenlernen und Austausch. Hier ist das Bundesnetzwerk „hautnah“ zu erleben.

Dienstkleidung

Die Helferinnen tragen im Dienst in den meisten Fällen hellgrüne Kittel, die Helfer hellgrüne Oberhemden oder Kasack, die zugleich optisch auf die ehrenamtliche Tätigkeit im Hause hinweisen. (Falls hellgrün in der Einrichtung schon vergeben ist, kann auch eine andere Farbe gewählt werden.) Jeder sollte auf jeden Fall ein gut leserliches Namensschild mit dem Logo der eKH tragen. Die Dienstkleidung wird den Mitarbeitenden der eKH kostenlos vom Krankenhaus/Altenheim zur Verfügung gestellt und auch dort gewaschen.

Dienstzeit

Die Ehrenamtlichen kommen regelmäßig einmal wöchentlich für drei bis vier Stunden zu den verabredeten Zeiten in das Krankenhaus oder in die Altenhilfeeinrichtung.

Einsatzplan

Von der Einsatzleitung wird der Einsatzplan erstellt, der sich möglichst nach den Wünschen der Gruppenmitglieder richtet. Monatlich ausgearbeitete Pläne haben sich besonders bewährt. Hat sich jemand zum Dienst bereit erklärt, ist aber kurzfristig verhindert, so sollte sie/er für Ersatz sorgen. Bevorstehende Reisen oder längere Abwesenheiten sind so zeitig bekannt zu geben, dass sie im Plan berücksichtigt werden können. Die persönliche Eintragung im Dienstbuch zeigt den anderen, wer an diesem Tag ebenfalls im Haus ist, hilft aber auch bei der Abrechnung der Fahrtkosten sowie bei versicherungstechnischen Fällen.

Fahrt- und andere Kosten

Die Fahrtkosten sind von der Einrichtung, in der Grünen Damen und Herren tätig sind, zu erstatten. Diese verpflichten sich im Gegenzug, dafür entsprechende Aufzeichnungen zu machen und über die Einsatzleitung abzurechnen. Neben den regelmäßigen Fahrtkosten sollten auch Telefon- und Postgebühren übernommen und Zuschüsse zu Fortbildungsveranstaltungen, zu Mahlzeiten und zu gelegentlichen Festen oder Ausflügen der Gruppe vom Haus gegeben werden.
 

Fördermitgliedschaften

Auch wenn die Mitarbeitenden in der eKH mit Ausnahme der Angestellten in der Berliner Geschäftsstelle ausschließlich ehrenamtlich tätig sind, braucht der Verein zur Begleitung, Betreuung und Qualifizierung der Ehrenamtlichen ausreichend finanzielle Mittel. Daher müssen immer wieder Menschen und Einrichtungen für eine Fördermitgliedschaft im Verein Evangelische Kranken- und Alten-Hilfe e.V. geworben werden. Nähere Informationen zu den Fördermöglichkeiten finden Sie hier.
 

Fortbildung

Im Allgemeinen beginnen die Ehrenamtlichen ihren Dienst nach einer sorgfältigen Einführung durch das Leitungsteam der Gruppe und durch die Begleitung erfahrener Grüner Damen und Herren. Vielerorts finden spezielle Einführungsseminare statt, die in die Ehrenamtlichkeit einführen, Sinn und Zweck des eKH-Netzwerkes erläutern und auf Gesprächssituationen vorbereiten. Alle Mitglieder der Gruppe treffen sich in regelmäßigen Abständen zum Gedanken- und Erfahrungsaustausch. Zu diesen Treffen, die meist in den Einrichtungen stattfinden, sollten gelegentlich auch Hauptamtliche aus dem Haus eingeladen werden, die über ihr Fachgebiet referieren und den ehrenamtlich Mitarbeitenden auf diesem Wege Hintergrundwissen vermitteln.
Die eKH führt jährlich verschiedene Seminare und Tagungen auf Bundes- und Regionalebene für Grüne Damen und Herren durch. Sie wird darin häufig unterstützt durch das Diakonische Werk. Bei der speziell für Einsatzleitungen konzipierten Fortbildung „Mentor/in im Ehrenamt“ sind das Bundesfamilienministerium und der Generali Zukunftsfonds die Förderpartner.

Die Erfahrung zeigt, dass jede Teilnahme an einer auf die ehrenamtliche Tätigkeit bezogenen Fortbildung einen persönlichen Nutzen für die Mitarbeitenden bringt: mehr Sicherheit für die Besuche am Krankenbett und im Altenheim, Stärkung des Selbstbewusstseins, leichterer Umgang mit den Hauptamtlichen, Hintergrundwissen zu medizinischen Themen wie Demenz. Deshalb muss eine regelmäßige Teilnahme an Seminaren und Tagungen für Grüne Damen und Herren selbstverständlich sein. Für die Teilnahme kann auf Wunsch eine Bestätigung ausgestellt werden.

Gesundheitszeugnis

Eine betriebsärztliche Untersuchung ist in das Ermessen eines jeden Hauses gestellt.

Gruppenraum

Den Ehrenamtlichen sollte ein eigener, abschließbarer Raum im Krankenhaus/Altenheim zur Verfügung stehen, in dem sie sich umziehen und ihre persönlichen Sachen unterbringen können. Wichtig wäre zudem, dass der Gruppe hier PC und Drucker zur Verfügung gestellt werden - darüber ist die Gruppe mit der Einsatzleitung und der Landesbeauftragten zeitgemäß vernetzt. In diesem Zimmer liegen das Dienstbuch zum Eintragen der geleisteten Stunden, der Einsatzplan sowie sonstige Informationen aus. Dieser Ort wird somit zu einem wichtigen Treffpunkt für Gespräche, zum Gedankenaustausch und zum gegenseitigen Kennenlernen.

Informationsmaterialien

Flyer, Broschüren, Plakate, Grußkarten und weitere Informations- und Werbematerialien können in der Berliner Geschäftsstelle kostenfrei oder zum Selbstkostenpreis bestellt werden. Eine genaue Aufstellung der Artikel finden Sie im Internet unter www.ekh-deutschland.de im Bereich „Materialien“.

Mahlzeiten am Einsatztag

Krankenhäuser und Altenhilfeeinrichtungen geben den Grünen Damen und Herren die Möglichkeit, kostenlos oder zum Sonderpreis für Mitarbeitende an einer Mahlzeit am Einsatztag teilzunehmen.

Namen der Gruppen

Auf Grund unterschiedlicher Trägerschaft der Einrichtungen, der Zusammensetzung der Mitarbeiterschaft und wegen regionaler Besonderheiten nennen sich die Gruppen nicht allerorts „Grüne Damen und Herren“. Die Gruppen, die sich der Arbeitsgemeinschaft angeschlossen haben, identifizieren sich jedoch mit der Dachorganisation eKH und stellen sich unter deren Logo.

Öffentlichkeitsarbeit

Im Einvernehmen mit dem Krankenhaus/Altenheim können die von der eKH bereitgestellten Plakate sichtbar angebracht und Informationsbroschüren ausgelegt werden. In den Patienten- oder Informationsbriefen der Einrichtungen sowie auf deren Websites sollte die örtliche eKH-Gruppe mit ihren Aufgaben und Diensten aufgeführt sein.

Auch die lokale Presse kann die Arbeit der Ehrenamtlichen ihrer Leserschaft näher bringen, zum Beispiel anlässlich eines Jubiläums oder eines Tages der Offenen Tür. Wünschenswert ist, dass Informationen aus den eKH-Gruppen an die Medien mit der Berliner Geschäftsstelle abgestimmt werden. Hier können Sie auch telefonisch weitere Tipps zur Öffentlichkeitsarbeit erfragen.

Organisationsform

Der Evangelische Kranken- und Alten-Hilfe e.V. ist ein Verein bürgerlichen Rechts und bildet den Dachverband der in Deutschland tätigen eKH-Gruppen.

Er verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke im Sinne der gesetzlichen Abgabenordnung, d.h. für Spenden können Zuwendungsbestätigungen ausgestellt werden.

Regelung der Altersgrenze

Jugendliche können als Praktikanten und mit Vollendung des 18. Lebensjahres selbständig in der eKH mitarbeiten. Aufgrund der Aufgaben und der Anforderungen, die das Krankenhaus/die Altenhilfeeinrichtung an die Gruppe stellt, sowie der physischen und psychischen Belastungen im Besuchsdienst scheiden Mitarbeitende in der Leitung und in der Kinderklinik - in aller Regel - mit 75 Jahren aus dem aktiven Dienst aus. Alle anderen beenden ihren aktiven Dienst mit 80 Jahren. Nur in Altenheimen kann über ein Verbleiben im Dienst nach Erreichen der Altersgrenze in Abstimmung mit dem eKH-Vorstand in begründeten Einzelfällen individuell entschieden werden.

Schweigepflicht

Wie alle Mitarbeiter im Krankenhaus und im Altenheim verpflichten sich auch die Ehrenamtlichen zur Schweigepflicht. Alle Informationen und Daten, die die Grünen Damen und Herren bei ihrer Tätigkeit erhalten, sind vertraulich (unterliegen dem Datenschutz) und dürfen nicht an Dritte weitergegeben werden. Die Schweigepflicht bleibt auch nach dem Ausscheiden aus dem Dienst bestehen!

Spendenkonto

Obwohl alle Grünen Damen und Herren in der eKH ehrenamtlich arbeiten, entstehen bei der Dachorganisation mit inzwischen mehr als 11.250 Mitarbeitenden in über 700 Gruppen erhebliche Kosten – selbst bei größter Sparsamkeit.

Dienstleistungen durch die Berliner Geschäftsstelle zur Unterstützung der Arbeit der Ehrenamtlichen, die Organisation von überregionalen Fortbildungsveranstaltungen sowie Gruppenbesuche von Vorstandsmitgliedern müssen bezahlt werden. Daher ist die eKH auf fördernde Mitglieder und Ihre Spenden angewiesen:

Evangelische Kranken- und Alten-Hilfe e.V. (kurz: eKH e.V.)

Sparkasse KölnBonn

IBAN DE74 3705 0198 1900 6993 39

BIC COLSDE33XXX

Spender erhalten umgehend eine steuerlich anerkannte Zuwendungsbescheinigung.

Versicherung der Mitarbeitenden

Die Versicherung gegen Unfälle im Krankenhaus/Altenheim oder auf dem Weg dorthin und zurück wird von der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) wahrgenommen. Ebenso gilt dieser Versicherungsschutz, wenn Patientenbesorgungen außerhalb des Hauses zum Tätigkeitsbereich gehören. Diese Versicherung ist für eKH-Mitarbeitende kostenlos und wird von der eKH-Geschäftsstelle in Berlin angemeldet.

Mitarbeitende haben über jeden Unfall die Leitung der Einrichtung zu informieren. Dies gilt insbesondere bei Unfallschäden. Im Schadensfall ist unverzüglich ein Arzt aufzusuchen. Es sollte möglichst der von der Berufsgenossenschaft eingesetzte Durchgangsarzt oder der Betriebsarzt sein. Dieser wird unter Angabe der Versicherungsnummer der eKH die Unfallmeldung an die BGW weiterleiten.

Die Haftpflichtversicherung erstreckt sich auf alle Schäden, welche von Ehrenamtlichen Personen oder Sachen in der Einrichtung zugefügt werden. Es gehört zu den Obliegenheiten der Krankenhäuser/Altenheime, für alle im Betrieb tätigen Personen – also auch für die Ehrenamtlichen – eine Versicherung gegen Haftpflichtschäden abzuschließen. Diese Haftpflichtversicherung gilt ausschließlich für Schadensfälle in der Einrichtung.

Vorteile für Krankenhäuser und Altenheime

Grünen Damen und Herren...

- bringen Patienten und Bewohnern ein Stück Alltag zurück. Dadurch fühlen diese sich stärker sozial eingebunden und geborgener.

- sind ein zusätzlicher Qualitätsmanager, weil sie den Blick von außen haben und als Laien die professionelle Routine in Frage stellen können.

- bedeuten eine Bereicherung, weil sie Freiräume für die Hauptamtlichen schaffen und diese - sowie auch Angehörige - entlasten.

- sind ein Imagegewinn, weil sie eine Atmosphäre der Offenheit schaffen und als „nicht bezahlte“ aber „unbezahlbare“ Öffentlichkeitsarbeiter wirken.

Zusammenarbeit

Jede Helferin/jeder Helfer ist gehalten, ein gutes Verhältnis zu allen hauptamtlichen Mitarbeitern zu pflegen. Anweisungen und Bestimmungen – zum Beispiel die Hausordnung – der Einrichtung gelten selbstverständlich auch für Grüne Damen und Herren. Es ist förderlich für ein gutes Klima, wenn die Einsatzleitung kontinuierlichen Kontakt zu allen Mitgliedern der Gruppe und zu den zuständigen Hauptamtlichen hat. Diese sollen ihrerseits so oft wie möglich an den stattfindenden Gruppentreffen teilnehmen und angebotene Fortbildungsveranstaltungen besuchen.

Zahlen & Fakten

Die Evangelische Krankenhaus-Hilfe e.V. (eKH) wurde 1969 in Düsseldorf gegründet. Ihre heute bundesweit in 497 Krankenhäusern und 236 Altenhilfeeinrichtungen tätigen Gruppen haben sich in einer Arbeitsgemeinschaft als gemeinnützig anerkannter e.V. zusammengeschlossen. Zu Beginn des Jahres 2016 waren für die eKH 10.068Frauen und 915 Männer ehrenamtlich tätig. In der Bundesgeschäftsstelle in Berlin (nahe Nordbahnhof) sind drei Teilzeitkräfte hauptamtlich beschäftigt.

Insgesamt werden von den 10.983 Grünen Damen und Herren rund 1,8 Millionen Einsatzstunden pro Jahr unentgeltlich geleistet.

FÖRDERMÖGLICHKEITEN